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Die Werbegemeinschaften des Westerwalds trafen sich am 3. März zum Arbeitsgespräch in Flammersfeld im g.r.i.p.s-Büro, an dem auch die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke teilnahm. Gastgeber war die Leistungsgemeinschaft „Region Flammersfeld“ und es beteiligten sich 15 Vertreter aus 3 Landkreisen (Altenkirchen, Neuwied, Westerwaldkreis). Insgesamt arbeiten 19 Werbegemeinschaften aus dem Westerwald regelmäßig zusammen, um gemeinsame Themen zur Förderung der Wirtschaft in der Region zu besprechen.

Hauptgesprächsthemen waren Fashion-Outlet-Center (FOC), verkaufsoffene Sonntage sowie die Versorgung mit schnellem Internet. Die Ministerin nahm Stellung zur Landesplanung bezüglich weiterer FOCs, die dem Einzelhandel Sorgen bereiten. Eine weitere Ansiedlung sei nicht geplant und für derartige Planungen „auf der grünen Wiese“ sollen keine Landesgelder bereitgestellt werden. Mit Blick auf das FOC Montabaur wiesen die Gewerbevertreter darauf hin, dass sie dort eine Umgehung der Beschränkung auf 4 verkaufsoffene Sonntage befürchten, indem das FOC als Bahnhofsgelände deklariert wird, ähnlich wie beim FOC in Zweibrücken, wo der Flughafen als Vorwand dient.

Zu den verkaufsoffenen Sonntagen brachten die Händler den Wunsch an, dass es ideal wäre, wenn ihnen freigestellt wäre, an welchen Sonntagen diese stattfinden. Dies sollte auch einschließen, dass ein verkaufsoffener Sonntag im Dezember stattfinden darf, wo dies aktuell nicht erlaubt ist. Sie machten deutlich klar, dass sie keinen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag fordern, sondern die Möglichkeit wahrnehmen möchten, einen der vier erlaubten Sonntage im Dezember wahrzunehmen, so z. B. wenn der 1. Adventsonntag in den Dezember fällt oder wenn an einem der Dezembersonntage ein Weihnachtsmarkt in der Stadt stattfindet. Die Sonntagsruhe sei dann eh nicht gegeben, wenn Markttreiben herrscht. Zudem gibt es diese Regelung im benachbarten NRW nicht, sodass Kaufkraft aus der Region verloren geht.

Bei den Händlern herrscht große Sorge, dass die Innenstädte gerade im ländlichen Bereich aussterben. Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein, fahren am Samstag in die großen Gewerbegebiete, FOCs oder Städte, um dort ihr Einkaufserlebnis ganz anders wahrnehmen zu können als im ländlichen Bereich. Hierzu machte Eveline Lemke konkrete Vorschläge, welche alternativen Strategien erfolgversprechend seien. Generell müssten regionale Produkte mehr gestärkt werden und als Marke etabliert werden. Die Eifel habe das schon erfolgreich umgesetzt. Wichtig sei festzustellen, mit welchem positiven Image man den Westerwald verknüpfen kann. Ein Alleinstellungsmerkmal für die Region müsse herausgearbeitet werden. Darauf aufbauend könnte dann eine Regionalmarke entwickelt werden, die auch förderwürdig wäre, z. B. durch Leaderprojekte. Die Ministerin wies darauf hin, dass es verschiedene Fördermöglichkeiten gibt, auch um einen Ortskern wiederzubeleben. Generell schlug sie vor, statt sich in mehreren kleinen Projekten zu verzetteln, sich auf einen strategischen Ansatz festzulegen und diesen konsequent gemeinsam zu verfolgen.

Zum Thema schnelles Internet meinte Eveline Lemke, dass langfristig überall 300 Mbit erforderlich sind und auch ländliche Regionen damit versorgt werden müssten. Aufgrund von Vorgaben auf EU- und Bundesebene seien der Landesregierung hier jedoch teilweise die Hände gebunden, um konkret etwas zu bewirken, aber man sei am Thema dran.

Insgesamt waren sich die Gewerbevertreter einig, dass sich durch den Zusammenschluss der 19 Werbegemeinschaften viele positive Effekte ergeben. Man wird von der Politik eher gehört und ernst genommen.

Regionaltreffen der Werbegemeinschaften mit Ministerbesuch